Archiv der Kategorie: Spontanes

Lügen oder Weglassen?

Warum es uns schwerfällt beim Skizzieren einfach loszulassen – auch dann, wenn wir es uns fest vorgenommen haben.

Mit der Ehrlichkeit ist es so eine Sache. Die Meisten von uns haben gelernt, ehrlich zu sein. Lügen ist bös, verwerflich, macht man nicht. Leider steht uns diese Haltung beim „Schnellen Skizzieren unterwegs“ immer wieder im Weg.
Ich nenne sie den Kontrolleur, der sich auf einer Schulter festkrallt und ständig seinen Kommentar abgibt: „Das stimmt aber nicht“, „das sieht nicht so aus“, „das ist   falsch“, „das ist zu dunkel, zu blau, völlig daneben…“ etc., was manchmal dazu führt, dass wir uns sagen: „Heute ist nicht mein Tag“… oder noch schlimmer: „Ich kann halt nicht zeichnen“.
Beim „Schnellen Skizzieren unterwegs“ geht es nicht ums Porträtieren der Menschen und bei den Übungen geht es schon gar nicht um die Erkennbarkeit. Trotzdem sehe ich immer wieder wie man sich im Kritzeln und Detail-zeichnen verliert. Mag der Kopf noch so klein sein, ein Gesicht muss noch hinein. Ist ja da!

   

   

Ehrlichkeit behindert. Ich will hier nicht zum Lügen aufrufen. Wir zeichnen nichts, was nicht da ist. Aber wir können Unwichtiges weglassen. Auf grosse Distanz sind Gesichter nicht erkennbar und sind trotzdem vorhanden. Wenn wir uns das zwischendurch in Erinnerung rufen fällt es leichter, auch im Nahbereich auf Details zu verzichten.
Einen Baum können wir unmöglich mit allen Blättern darstellen. Darum fassen wir ihn in seiner grossen Form zusammen. Vielleicht zeigen wir, ob es sich um einen Nadelbaum oder um einen Laubbaum handelt. Wen interessiert schon, ob dies nun genau DER Baum ist, den wir skizziert haben oder ein völlig anderer.
Beim Menschen könnte es gleich funktionieren, aber wir sind darauf abgerichtet, dass wir uns von einander unterscheiden können. Hans M. muss doch erkennbar sein. Wenn Hans M. aber ein Asiate ist, schweigt der Kontrolleur auf der Schulter und wir können problemlos nur die grobe Form zeichnen.
Einwand des Kontrolleurs: Ein Mensch bleibt ein Mensch mit bestimmten Proportionen. Egal ob Europäer, Asiate oder ein Mensch aus einem anderen Kontinent. Wenn die Arme zu lang , der Kopf zu gross, die Beine zu kurz sind, stimmt die Zeichnung nicht. Basta. Neu machen!
Was der Kontrolleur nicht weiss und wir beim Skizzieren auch immer wieder aus den Augen verlieren ist, dass unser Anliegen nicht die WAHRE Darstellung einer Situation ist und wir nicht fotografieren sondern eine Stimmung oder eine Situation erfassen wollen. Wir lügen nicht, wenn wir einen Baum nur als grobe Form darstellen, also lügen wir auch nicht, wenn wir eine Menschenansammlung wie eine Wagenladung Kohlköpfe darstellen.
Wir lassen einfach Unwichtiges weg.

Einwand des Kontrolleurs: Aber der Strich! Ein Körperteil ist nicht beliebig dick, lang, gebogen. Das muss stimmen!
Antwort wie oben.
Wir dürfen einen Arm nur grob darstellen. Bei der Ellenbogenbeuge knittert der Stoff. Wieviele Falten es sind, interessiert uns nicht. Wichtig ist die grobe Darstellung der Falten. Mit einem lebendigen Strich deuten wir Falten an und unterschlagen die genaue Anzahl. Dies ist WEGLASSEN nicht LÜGEN.

Wie bei Papageien gibt es ein Mittel, um solche Schwätzer wie den Kontrolleuren auf der Schulter zum Schweigen zu bringen: Man hängt ihnen ein Tuch über den Käfig.
Mit dem Ausschalten des Kontrolleurs setzen wir uns in den Experimentiermodus:
Nichts ist wichtig. Wir geniessen die Freude am Zeichnen und arbeiten unbeschwert, hemmungslos und vor allem unkontrolliert drauflos. Danach legen wir die Arbeit beiseite, lassen sie liegen, bis die Erinnerung an die Situation etwas verblasst ist. Nach drei bis vier Tagen oder auch schon am nächsten Morgen, schauen wir sie wieder an.
Das Tuch auf dem Käfig vorher NICHT entfernen!
Der Kontrolleur hat nichts zu suchen, denn wir wollen uns an gelungenen Stellen erfreuen. Wir stellen fest, dass irgendwo eine gelbe Farbe vorhanden ist, die nicht geplant war, aber nun – aus der Distanz – ganz gut hinein passt. Details, die wir so nicht VOR-gesehen hatten, passen plötzlich ins Bild, obwohl sie so nicht vorhanden waren.

Nach ein paar Tagen hat der Kontrolleur keine Chance mehr sich zu äussern. Er war ja nicht dabei und kann nicht beurteilen, ob wir nun gelogen oder nur weggelassen haben.


 

Neulich auf dem Weg zur Lobhornhütte…

Angaben im Internet zur Lobhornhütte vom 20.5. 2019
Zustieg ab Sulwald: 

Dauer: 1.5 h ab Sulwald (Isenfluh – Sulwald mit der Seilbahn); T2 begehbar.  Die Verhältnisse verbessern sich von Tag zu Tag. Hat aber für diese Jahreszeit noch sehr viel Schnee. Gerade die Wege von der Hütte weg sind noch nicht begehbar.
Im Moment empfiehlt es sich, mit gutem Schuhwerk und Stöcken hoch zu wandern 🙂

Situation am 4.Juni 2019
Inzwischen waren ein paar Sonnenstrahlen angekommen und die Wege bis zur Hütte gut begehbar. Das hiess, statt der Stöcke, Bleistift, Block und Farben einpacken.
Ziel: Unterwegs bei Gelegenheit eine, zwei, drei… Skizzen zu machen, aber die Wanderzeit nicht wesentlich zu verlängern. Somit pro Bleistiftskizze nicht mehr als 3-5 Minuten aufwenden.

Die erste Skizze entstand bei der Talstation in Isenfluh. 10 Minuten Wartezeit. Die Skizze noch überladen und verkrampft.
Unterwegs lockerte sich der Strich. Bis zur Hütte, konnte die Wanderzeit mit Total 1.5 Std problemlos inkl. Skizzen eingehalten werden. Der Trick war, statt dem Sommerweg über die Alp zu folgen, nahm ich den Schneeschuhtrail, welcher zwar kürzer, aber steiler ist. Der Bergfrühling entschädigte mich für die Zusatzanstrengung mit (kitschigen) Mot iven.
In der Hütte testete ich erste Kolorierungen mit vermalbarer Wachskreide.
Diese wurden zu grell, weshalb ich mich danach eher auf den Haslikuchen konzentrierte.
Der Rückweg führte danach über die Alp nach Sulwald und von der Bergstation über den steilen Weg nach Isenfluh hinunter.

Total entstanden 14 Skizzen, welche zu Hause noch koloriert wurden.
Als Anschauungsmaterial für den Kurs „Schnelles Skizzieren unterwegs“ fotografierte ich zusätzlich jeden Ausschnitt (–> s. Bild 1 – 14).

Fragen und Antworten zum MB 16_19

MB 16_19
Bei den vielen Teilnehmenden gestern war es mir nicht möglich, für alle noch einmal die aufgetauchten ‚Probleme‘ zu besprechen. Da ich jedoch viele erklärende Skizzen machte, bringe ich darum hier kurz einen weiteren Frage- u. Antwort-Bericht, in der Hoffnung, euch das schnelle Skizzieren damit (noch) näher zu bringen, resp. beliebt zu machen.

Fragen, die gestern im Laufe des Abends auftauchten

Frage: Wie kann ich in dem (konstruierten) Raster der Fassade zeigen, dass es sich um verschiedene Materialien (Glas und Metall) handelt?
Antwort: Die Fassade ‚lebt‘ vom Kontrast hell und Dunkel. Dies kann betont werden. Glas spiegelt und zeigt deshalb keine kompakte Fläche. Deshalb nur ein paar Flecken antönen, die den Himmel spiegeln. Gleiches auch im Glas des Autos.

Frage: Jetzt habe ich keinen Platz mehr für das Haus über der Glasfassade. Das sieht nun langweilig aus und zeigt ein völlig anderes Haus.
Antwort: Spontan sehe ich zwei Möglichkeiten
1. Du deutest auf der rechten Seite, wo’s noch Raum hat, die Fortsetzung der Fassade im oberen Bereich an oder

2. Du machst aus der best. Skizze eine Übung zur Bildtiefe. D.h. zeichne die Tafel im Vordergrund sehr gross, dahinter das Auto kleiner und deute die Fassade nur mit den Konstruktionslinien an.
NB. Diese Konstruktionslinien dürfen durchaus gebogen sein und nicht mit dem Lineal gezogen. Das wirkt lebendiger und stimmt auch nicht schlechter als falsch gezogene gerade Linien 🙂

NB. Die helle Linie unter dem Auto trennt Hintergrund und Schatten des Autos.

 

 

 

 

 


Frage
zu Durchblicken: Ich wollte nur den Durchblick durch die Arkaden des Kornhauses / den Durchblick mit der Reklamesäule zeichnen, aber es wirkt fad.

Antwort: Zeige entweder deine gewollte Aussage indem du darauf fokussierst – mit Farbe oder indem du ein Detail herausarbeitest  und (die Reklamesäule) in den Vordergrund nimmst.

 

 

 

Frage: Ich wollte nur die schöne Form der Lampe zeigen, aber sie wirkt verloren
Antwort: Wie oben, zeige die Lampe gross, mit wenig Umgebung. Rücke sie in den Mittelpunkt.

 

 

Frage: Ich habe eine Lampe unter den Arkaden gezeichnet, aber sie wirkt nicht richtig gut.

 

 

 

Antwort: Übertreibe die Perspektive in der Höhe, so dass die Lampe dynamischer wirkt. Nimm den Fluchtpunkt am Ort der Aufhängung (s. rote Linien)

Und zum Abschluss noch einmal die Sache mit den Menschen in der Zentralperspektive (an einer Wäscheleine aufgehängte Karotten):
Die Köpfe der Menschen befinden sich, wenn sie stehen, praktisch alle auf einer Linie – der Augenhöhe. Wenn sie sitzen, etwas tiefer. Entfernte Menschen sind dabei kürzer/kleiner, nahe Menschen können riesig werden, aber trotzdem bleibt ihr Kopf auf deiner Augenhöhe (Ausnahme bei Menschen, die wirklich riesig sind und zu denen du aufschauen musst).

 

 

HIN-sehen

 

«HIN-sehen ist hingehen mit den Augen» (Martina Wald)

Auswertung des Abendkurses «Schnelles Skizzieren unterwegs» (26.9.18)

Thema: HIN-sehen
Wir versuchen unsere Gedanken auszuschalten, wertfrei zu zeichnen und daher spielt es keine Rolle, ob wir einen Teddybären oder eine Büchse Ravioli zeichnen. Wir schauen hin und versu-chen zu sehen, wie etwas ist. Davon zeichnen wir, was uns grad interessiert. Vielleicht nur ein Ohr des Teddybären oder einen Ausschnitt aus dem Gesicht? Vielleicht sehen wir bei der Raviolibüchse die Etikette genauer an? oder den Deckel der Büchse? oder die ganze Büchse? oder… oder…

Wichtig: Hinschauen, WIE es ist!        

Zum Beispiel beim Schlendern durch einen Migros-Markt. Von der Gemüse-/Lebensmittel-abteilung bis zur Haushaltabteilung ist alles möglich. Hinsehen meint dabei ein Entdecken:
Zum Beispiel: Aha, der Schraubdeckel sieht aus wie eine Doppelflügelmutter, er hat eine Struktur am unteren Teil, er hat eine Schrift eingeprägt. Er ist ziemlich grob und damit gut zu fassen. Er ist blau eingefärbt, hat aber Glanzlichter, welche fast weiss sein können und so weiter…

Ausgangslage:
Wir wählten nach Belieben drei Gegenstände (oder ein Detail davon) und versuchten diese in je fünf verschiedenen Darstellungen (und/oder Techniken) aufs Papier zu bringen. Jede dieser Skizzen sollte nicht kleiner als A5 sein.
Nach dem Rundgang trafen wir uns gemeinsam im 1. Stock zum Ausarbeiten und Fertigstellen der Zeichnungen, und zum Kaffee.

Wir entdeckten zum Beispiel:
Aha, die Flasche hat eine Deckkappe, die mit der Flasche verbunden ist oder…

 

 

 

 

 

 

 

 

aha, die Aceto-Flaschen haben eigene, spezielle Formen oder…

 

 

 


aha, das Blumenbouquet besteht aus verschiedenen, unterschiedlich bunten Blumen/Formen oder…


 

 

 

 

 

 

aha, ein Krustenkranz hat die gleiche Form wie ein Kürbis, aber die Oberflächenstruktur ist anders oder…

 

aha, eine neue Kartoffel (Kürbis) hat eine glatte Oberfläche, aber eine alte ist schrumpelig oder… aha, ein Flaschendeckel hat verschiedene Strukturen und was muss ich nun zeichnen, dass man diese Unterschiede erkennt?

 

Solche Gedanken kommen erst beim HIN-Schauen. Das anschliessende Zeichnen beschränkt sich auf Studien, wie nun diese Erkenntnis umgesetzt werden könnte. Zum Beispiel unterscheiden sich eine neue und eine alte Kartoffel in der Struktur ihrer Oberfläche. Wenn ich das Muster der schrumpeligen Kartoffel sehe, muss ich die Kartoffel nicht mehr fotografisch genau abzeichnen. Ich erfasse die grosse Form und verpasse der alten Kartoffel durch einen entsprechend ‘’wackligen’’ Strich ein schrumpeliges Aussehen.

Meine Konzentration liegt also nicht nur auf der Form, sondern auf der ganzen Kartoffel. Somit kann ich diese ganz gut ‘’blind’’ zeichnen, indem ich mit den Augen auf der Kartoffel bleibe und den Stift blind auf dem Papier arbeiten lasse.

Zwischendurch kontrolliere ich und setze nach Bedarf neu an.

Gleiches gilt zum Beispiel für die Struktur eines kleinen Flaschendeckels: Der Deckel hat eine Rillen-Struktur zum besseren Greifen beim Öffnen. Diese kann entweder mit geraden Strichen angedeutet werden, die sich gegen aussen verdichten eine Rundung darstellen, oder mit abgewinkelten Strichen, welche die Vertiefungen im Deckel andeuten.

Wichtig dabei ist das Erkennen der Zusammenhänge. Dazu, und diese mit einfachen Strichen darzustellen, hilft genaues HIN-sehen.

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1 Jahr Urban Sketchers Bern

Jubiläumstreffen 23.9.18
Zum ersten Geburtstag der Urbansketcher Gruppe Bern kamen 26 Zeichner*innen zu einem gemeinsamen Skizziertag an der Bushaltestelle Nydegg in Bern zusammen.
Nach der Begrüssung durch Kathrin Portmann, der Gründerin und Leiterin dieser Gruppe schwärmten alle in die untere Altstadt aus und trafen sich nach zwei Stunden beim alten Tramdepot zu einer Zwischenschau und einem Kafi/Sandwich/Glaceunterbruch.
Danach ging’s hoch zum Rosengarten, wo wieder jedes für sich sein(e) Motiv(e) suchte.
Bei einer gemeinsamen Abschlussschau wurden Tipps ausgetauscht und Fragen nach jeweiligen Materialien, Farben und Technik beantwortet.
Ein friedlicher, warmer Herbsttag mit vielen guten Erfahrungen ging zu Ende mit dem Wunsch, diese Form des gemeinsamen Zeichnens bald einmal zu wiederholen.

Herzlichen Dank an die Organisatorin Kathrin Portmann.
pek

Eindrücke von der Reise in die Emilia Romagna

7. bis 13. Juni 2018

Start in Bologna mit kulinarisch kulturellem Amoklauf durch die Stadt. Anschliessend Weiterreise über Modena nach Parma. Besuche diverser Wirkungsstätten von Giuseppe Verdi (Geburtshaus, Bauernhaus, Museum).

Käse, Torta fritta, Schinken bis zum Abwinken. Gute Weine und Teigwaren.

Empfehlenswerte Orte zum Skizzieren, zum Sein und Wiederkommen. 🙂

„Knatsch“ im Mehrfamilienhaus Teil 3

Was bisher geschah:
Pekkele hat an seinem Briefkasten einen Adresskleber angebracht, damit die Post weiss, wo die ‘eigen-ART-verlag’-Sendungen hingehören. Eines Tages ist dieser Kleber weggekratzt. Pekkele bringt einen neuen an und, als dieser wieder weggekratzt wird, schreibt er in lösungsorientiertem Ton einen Brief, dies bitte zu unterlassen. Danach ist Ruhe . . . bis alle aus den Ferien zurück sind. Pekkele weiss, dass nun alle Bewohnerinnen den Brief gelesen haben und entfernt diesen.
Tags darauf ist der Kleber wieder zerkratzt. Unverdrossen formuliert er, pädagogisch wiederum wertvoll, einen neuen Brief. Er verspricht dem/der Täter/in eine Belohnung, falls er/sie es schafft, den Kleber einen ganzen Monat unversehrt zu lassen.

Teil 3 und (fast) Schluss

Auf frischer Tat ertappt!
Natürlich entfernte ich ein weiteres Mal die Reste mit Nitroverdünner – was dazu führte, dass sich die Farbe des Briefkastens langsam auflöste. Umso besser haftete der erneut angebrachte Kleber. Was gut war, schliesslich sollte dieser nun mindestens vier Wochen halten. Ich überlegte, wie ich den Eingangsbereich mit einer versteckten Kamera beobachten könnte, wo sich diese unauffällig anbringen liesse. Eine Infrarotlichtschranke oder ein Bewegungsmelder würde jeweils die Kamera auslösen und den oder die Täterin überführen.
Es war bereits finster, als ich noch einmal ins Treppenhaus ging, um die technischen Details zu studieren. Da wir im Parterre wohnen ging ich, ohne das Treppenhauslicht anzuzünden, zur Eingangstüre, öffnete sie und stand vor der Täterin! Auf frischer Tat ertappt! Ha! damit hatte weder sie noch ich gerechnet. Sie war an der Arbeit, zweifellos und eindeutig!
Ich hatte meine Kamera dabei und – reaktionsschnell – schoss ich ein Bild. Die Täterin versuchte gar nicht sich herauszureden. Sie hatte auch keine Erklärung für ihr Tun und wollte sich auch nicht dafür entschuldigen.
Darum – weil ich finde, Strafe muss sein – stelle ich sie hier an den Pranger. Ich setze sie der Öffentlichkeit aus und überlasse sie dem Urteil der Leserschaft.
Ein Bild findet ihr im 4. Beitrag zu diesem Thema: Die Täterin

„Knatsch“ im Mehrfamilienhaus Teil 2

Was bisher geschah:
Pekkele hat an seinem Briefkasten einen Adresskleber angebracht, damit die Post weiss, wo die ‚eigen-ART-verlag‘-Sendungen hingehören. Eines Tages ist dieser Kleber weggekratzt. Pekkele bringt einen neuen an und, als dieser wieder weggekratzt wird, schreibt er in lösungsorientiertem Ton einen Brief, dies bitte zu unterlassen. Danach ist Ruhe . . . bis

Teil 2
Zwei Wochen blieb der Kleber unversehrt. Zwar waren einige HausbewohnerInnen in den Ferien, weshalb ich beschloss, den Brief an der Haustüre zu lassen, bis alle davon Kenntnis nehmen konnten. Hätte ich den Brief früher entfernt, hätte dies bedeutet, dass ich nur die Anwesenden verdächtigen würde. Dies wollte ich unbedingt vermeiden – man ist ja objektiv!

Nun waren aber alle Hausbewohner wieder anwesend und jedeR mindestens einmal am Brief vorbeigegangen. Ich hängte also den Brief ab und glaubte, es hätte nun jedeR mein Anliegen begriffen.
Am nächsten Morgen war der Kleber wieder angekratzt!
Ja gibt’s denn das?! Kein Brief, Kleber zerkratzt. Brief dran, Kleber unbeschädigt. Brief weg, Kleber angekratzt . . .
Da scheint jemand wirklich ein Problem zu haben. Ich beschloss, einen weiteren Brief zu verfassen:

Text 3
Ich stelle mir nun vor, wie am 22.8. alle Bewohner in der Nacht durchs Treppenhaus schleichen. JedeR will sich doch die Belohnung schnappen, sei er/sie es gewesen oder nicht. Wenn sich dann im Finstern zwei begegnen wird der Spass losgehen: Ah, du bist das also! Ich? Nein ich wollte nur schauen wer … etc.
Ich freue mich und werde bei Gelegenheit über die Fortsetzung berichten 🙂

 

„Knatsch“ im Mehrfamilienhaus Teil 1


Ein eigen-ART-iger Kriminalfall

Momentan tröpfeln die Bestellungen zum Glasstuhl via Kontaktformular beim eigen-ART-Verlag herein. Die Korrespondenz wird aber immer noch auch über den normalen Postweg geführt. Nun ging ich nicht davon aus, dass der Pösteler den „eigen-ART-Verlag“ mit dem Namensschild „P+M Kummer-Ocvirk“ automatisch zusammenbringen würde. Deshalb brachte ich vor einiger Zeit einen Zusatz in Form eines Klebers am Briefkasten an.
01 Briefkasten
Eines Tages war dieser Kleber teilweise weggekratzt worden. Nach kurzem Ärgern und Verdächtigen allerlei Leute, beschloss ich, die Angelegenheit pädagogisch, psychologisch und lösungsorientiert anzugehen. Anstatt meinen Ärger zu zeigen, wollte ich dem/der Täter/in zu verstehen geben, dass wir das Problem gemeinsam angehen könnten, falls es denn eines wäre.

Ich hängte folgende Bitte an die Eingangstüre:

danach war Ruhe und alle war gut, bis…

Fortsetzung im 2. Teil von „Knatsch“ im MFH, Donnerstag 24.7.14