Archiv der Kategorie: Skizzieren

Neulich auf dem Weg zur Lobhornhütte…

Angaben im Internet zur Lobhornhütte vom 20.5. 2019
Zustieg ab Sulwald: 

Dauer: 1.5 h ab Sulwald (Isenfluh – Sulwald mit der Seilbahn); T2 begehbar.  Die Verhältnisse verbessern sich von Tag zu Tag. Hat aber für diese Jahreszeit noch sehr viel Schnee. Gerade die Wege von der Hütte weg sind noch nicht begehbar.
Im Moment empfiehlt es sich, mit gutem Schuhwerk und Stöcken hoch zu wandern 🙂

Situation am 4.Juni 2019
Inzwischen waren ein paar Sonnenstrahlen angekommen und die Wege bis zur Hütte gut begehbar. Das hiess, statt der Stöcke, Bleistift, Block und Farben einpacken.
Ziel: Unterwegs bei Gelegenheit eine, zwei, drei… Skizzen zu machen, aber die Wanderzeit nicht wesentlich zu verlängern. Somit pro Bleistiftskizze nicht mehr als 3-5 Minuten aufwenden.

Die erste Skizze entstand bei der Talstation in Isenfluh. 10 Minuten Wartezeit. Die Skizze noch überladen und verkrampft.
Unterwegs lockerte sich der Strich. Bis zur Hütte, konnte die Wanderzeit mit Total 1.5 Std problemlos inkl. Skizzen eingehalten werden. Der Trick war, statt dem Sommerweg über die Alp zu folgen, nahm ich den Schneeschuhtrail, welcher zwar kürzer, aber steiler ist. Der Bergfrühling entschädigte mich für die Zusatzanstrengung mit (kitschigen) Mot iven.
In der Hütte testete ich erste Kolorierungen mit vermalbarer Wachskreide.
Diese wurden zu grell, weshalb ich mich danach eher auf den Haslikuchen konzentrierte.
Der Rückweg führte danach über die Alp nach Sulwald und von der Bergstation über den steilen Weg nach Isenfluh hinunter.

Total entstanden 14 Skizzen, welche zu Hause noch koloriert wurden.
Als Anschauungsmaterial für den Kurs „Schnelles Skizzieren unterwegs“ fotografierte ich zusätzlich jeden Ausschnitt (–> s. Bild 1 – 14).

Fragen und Antworten zum MB 16_19

MB 16_19
Bei den vielen Teilnehmenden gestern war es mir nicht möglich, für alle noch einmal die aufgetauchten ‚Probleme‘ zu besprechen. Da ich jedoch viele erklärende Skizzen machte, bringe ich darum hier kurz einen weiteren Frage- u. Antwort-Bericht, in der Hoffnung, euch das schnelle Skizzieren damit (noch) näher zu bringen, resp. beliebt zu machen.

Fragen, die gestern im Laufe des Abends auftauchten

Frage: Wie kann ich in dem (konstruierten) Raster der Fassade zeigen, dass es sich um verschiedene Materialien (Glas und Metall) handelt?
Antwort: Die Fassade ‚lebt‘ vom Kontrast hell und Dunkel. Dies kann betont werden. Glas spiegelt und zeigt deshalb keine kompakte Fläche. Deshalb nur ein paar Flecken antönen, die den Himmel spiegeln. Gleiches auch im Glas des Autos.

Frage: Jetzt habe ich keinen Platz mehr für das Haus über der Glasfassade. Das sieht nun langweilig aus und zeigt ein völlig anderes Haus.
Antwort: Spontan sehe ich zwei Möglichkeiten
1. Du deutest auf der rechten Seite, wo’s noch Raum hat, die Fortsetzung der Fassade im oberen Bereich an oder

2. Du machst aus der best. Skizze eine Übung zur Bildtiefe. D.h. zeichne die Tafel im Vordergrund sehr gross, dahinter das Auto kleiner und deute die Fassade nur mit den Konstruktionslinien an.
NB. Diese Konstruktionslinien dürfen durchaus gebogen sein und nicht mit dem Lineal gezogen. Das wirkt lebendiger und stimmt auch nicht schlechter als falsch gezogene gerade Linien 🙂

NB. Die helle Linie unter dem Auto trennt Hintergrund und Schatten des Autos.

 

 

 

 

 


Frage
zu Durchblicken: Ich wollte nur den Durchblick durch die Arkaden des Kornhauses / den Durchblick mit der Reklamesäule zeichnen, aber es wirkt fad.

Antwort: Zeige entweder deine gewollte Aussage indem du darauf fokussierst – mit Farbe oder indem du ein Detail herausarbeitest  und (die Reklamesäule) in den Vordergrund nimmst.

 

 

 

Frage: Ich wollte nur die schöne Form der Lampe zeigen, aber sie wirkt verloren
Antwort: Wie oben, zeige die Lampe gross, mit wenig Umgebung. Rücke sie in den Mittelpunkt.

 

 

Frage: Ich habe eine Lampe unter den Arkaden gezeichnet, aber sie wirkt nicht richtig gut.

 

 

 

Antwort: Übertreibe die Perspektive in der Höhe, so dass die Lampe dynamischer wirkt. Nimm den Fluchtpunkt am Ort der Aufhängung (s. rote Linien)

Und zum Abschluss noch einmal die Sache mit den Menschen in der Zentralperspektive (an einer Wäscheleine aufgehängte Karotten):
Die Köpfe der Menschen befinden sich, wenn sie stehen, praktisch alle auf einer Linie – der Augenhöhe. Wenn sie sitzen, etwas tiefer. Entfernte Menschen sind dabei kürzer/kleiner, nahe Menschen können riesig werden, aber trotzdem bleibt ihr Kopf auf deiner Augenhöhe (Ausnahme bei Menschen, die wirklich riesig sind und zu denen du aufschauen musst).

 

 

Fragen und Antworten zum Merkblatt MB 14_19

Fragen, die gestern im Laufe des Abends auftauchten
Frage:
Ich meinte, man müsse, die Skizzen in schwarz weiss machen. Nun malen aber doch die meisten mit Farbe. Habe ich etwas falsch verstanden?
Antwort: Nein, gedacht war tatsächlich, die Skizzen mit schwarz zu akzentuieren. Als ich aber ins ‚Atelier‘ hinunter kam, hatten die meisten (wie immer) mit Aquarell begonnen. Der Fehler liegt bei mir. Ich hätte früher eingreifen müssen. Farbig können auch Akzente gesetzt werden, aber das ist etwas schwieriger, als nur mit schwarzer Tinte/Tusche.

Frage: Wie viel Zeit steht mir für eine schnelle Skizze zur Verfügung?
Antwort: 10 Minuten um dich zurechtzufinden, wo du dich aufhältst (Z.B. zum ersten Mal auf der Dachterrasse beim Manor) und zu spüren, was dich anspricht –> Motiv finden.
10 Sekunden um die Briefmarke (Kompositionsstudie) zu machen. 1 Minute für die schnelle Skizze.
Total 11 Minuten und 10 Sekunden. Länger bleibt auch eine Gruppe nicht am selben Ort stehen.
Zu Hause, im Hotel oder Atelier hast du danach beliebig Zeit zum Ausarbeiten.

Frage: Muss ich die Briefmarke für jede Skizze machen?
Antwort: Ja. Sie hilft dir, alles wegzulassen, was dich nicht interessiert.

Frage: Wie weiss ich, was ich weglassen darf?
Antwort: Mach einen Test. Schaue dein Motiv zehn Minuten lang an, dreh dich um und zeichne es aus der Erinnerung. Was du noch weisst, hat dich wirklich interessiert. Den Rest kannst du weglassen.

Frage: Es heisst, beim Aquarellieren solle man viel Weiss stehen lassen, weil dies das Licht darstellt. Was kann ich tun, wenn ich zu viel dunkle Akzente gesetzt habe?
Antwort: Du kannst mit einem weissen Gel-Stift oder mit einer Pigmentkreide (von Caran d‘ Ache) Glanzlichter wieder aufsetzen. (PS die Gewitterstimmung ist bewusst dunkel gehalten).

Frage: Was mache ich falsch, wenn meine Aquarelle fad und flach wirken?
Antwort: Nichts. Du bist einfach noch nicht fertig. Für den nächsten Schritt nach der ersten Untermalung braucht es etwas Mut. Die Untermalung ist meist noch unverbindlich.Wenn du beginnst, Akzente zu setzen, triffst du Entscheidungen, die du ev. nicht vorher sehen kannst.
Mit jeder ‚falschen‘ Entscheidung machst du aber wieder eine neue Erfahrung u.s.w.

1 Jahr Urban Sketchers Bern

Jubiläumstreffen 23.9.18
Zum ersten Geburtstag der Urbansketcher Gruppe Bern kamen 26 Zeichner*innen zu einem gemeinsamen Skizziertag an der Bushaltestelle Nydegg in Bern zusammen.
Nach der Begrüssung durch Kathrin Portmann, der Gründerin und Leiterin dieser Gruppe schwärmten alle in die untere Altstadt aus und trafen sich nach zwei Stunden beim alten Tramdepot zu einer Zwischenschau und einem Kafi/Sandwich/Glaceunterbruch.
Danach ging’s hoch zum Rosengarten, wo wieder jedes für sich sein(e) Motiv(e) suchte.
Bei einer gemeinsamen Abschlussschau wurden Tipps ausgetauscht und Fragen nach jeweiligen Materialien, Farben und Technik beantwortet.
Ein friedlicher, warmer Herbsttag mit vielen guten Erfahrungen ging zu Ende mit dem Wunsch, diese Form des gemeinsamen Zeichnens bald einmal zu wiederholen.

Herzlichen Dank an die Organisatorin Kathrin Portmann.
pek