Archiv für den Monat: September 2018

HIN-sehen

 

«HIN-sehen ist hingehen mit den Augen» (Martina Wald)

Auswertung des Abendkurses «Schnelles Skizzieren unterwegs» (26.9.18)

Thema: HIN-sehen
Wir versuchen unsere Gedanken auszuschalten, wertfrei zu zeichnen und daher spielt es keine Rolle, ob wir einen Teddybären oder eine Büchse Ravioli zeichnen. Wir schauen hin und versu-chen zu sehen, wie etwas ist. Davon zeichnen wir, was uns grad interessiert. Vielleicht nur ein Ohr des Teddybären oder einen Ausschnitt aus dem Gesicht? Vielleicht sehen wir bei der Raviolibüchse die Etikette genauer an? oder den Deckel der Büchse? oder die ganze Büchse? oder… oder…

Wichtig: Hinschauen, WIE es ist!        

Zum Beispiel beim Schlendern durch einen Migros-Markt. Von der Gemüse-/Lebensmittel-abteilung bis zur Haushaltabteilung ist alles möglich. Hinsehen meint dabei ein Entdecken:
Zum Beispiel: Aha, der Schraubdeckel sieht aus wie eine Doppelflügelmutter, er hat eine Struktur am unteren Teil, er hat eine Schrift eingeprägt. Er ist ziemlich grob und damit gut zu fassen. Er ist blau eingefärbt, hat aber Glanzlichter, welche fast weiss sein können und so weiter…

Ausgangslage:
Wir wählten nach Belieben drei Gegenstände (oder ein Detail davon) und versuchten diese in je fünf verschiedenen Darstellungen (und/oder Techniken) aufs Papier zu bringen. Jede dieser Skizzen sollte nicht kleiner als A5 sein.
Nach dem Rundgang trafen wir uns gemeinsam im 1. Stock zum Ausarbeiten und Fertigstellen der Zeichnungen, und zum Kaffee.

Wir entdeckten zum Beispiel:
Aha, die Flasche hat eine Deckkappe, die mit der Flasche verbunden ist oder…

 

 

 

 

 

 

 

 

aha, die Aceto-Flaschen haben eigene, spezielle Formen oder…

 

 

 


aha, das Blumenbouquet besteht aus verschiedenen, unterschiedlich bunten Blumen/Formen oder…


 

 

 

 

 

 

aha, ein Krustenkranz hat die gleiche Form wie ein Kürbis, aber die Oberflächenstruktur ist anders oder…

 

aha, eine neue Kartoffel (Kürbis) hat eine glatte Oberfläche, aber eine alte ist schrumpelig oder… aha, ein Flaschendeckel hat verschiedene Strukturen und was muss ich nun zeichnen, dass man diese Unterschiede erkennt?

 

Solche Gedanken kommen erst beim HIN-Schauen. Das anschliessende Zeichnen beschränkt sich auf Studien, wie nun diese Erkenntnis umgesetzt werden könnte. Zum Beispiel unterscheiden sich eine neue und eine alte Kartoffel in der Struktur ihrer Oberfläche. Wenn ich das Muster der schrumpeligen Kartoffel sehe, muss ich die Kartoffel nicht mehr fotografisch genau abzeichnen. Ich erfasse die grosse Form und verpasse der alten Kartoffel durch einen entsprechend ‘’wackligen’’ Strich ein schrumpeliges Aussehen.

Meine Konzentration liegt also nicht nur auf der Form, sondern auf der ganzen Kartoffel. Somit kann ich diese ganz gut ‘’blind’’ zeichnen, indem ich mit den Augen auf der Kartoffel bleibe und den Stift blind auf dem Papier arbeiten lasse.

Zwischendurch kontrolliere ich und setze nach Bedarf neu an.

Gleiches gilt zum Beispiel für die Struktur eines kleinen Flaschendeckels: Der Deckel hat eine Rillen-Struktur zum besseren Greifen beim Öffnen. Diese kann entweder mit geraden Strichen angedeutet werden, die sich gegen aussen verdichten eine Rundung darstellen, oder mit abgewinkelten Strichen, welche die Vertiefungen im Deckel andeuten.

Wichtig dabei ist das Erkennen der Zusammenhänge. Dazu, und diese mit einfachen Strichen darzustellen, hilft genaues HIN-sehen.

Wenn du diese unregelmässigen Beiträge direkt erhalten möchtest, kannst du dich unter folgender Adresse anmelden (Stichwort: Blog-Abo): pek@pekkele.ch

Unter dieser Adresse kannst du auch die Merkblätter zum jeweiligen Kursabend «Schnelles Skizzieren unterwegs» abonnieren (Stichwort: Merkblätter): pek@pekkele.ch

Abmelden ist jederzeit möglich.
Die Adressen werden garantiert nur für den Versand der Merkblätter verwendet.

Bisherige Themen und Merkblätter findest du unter: www.pekkele.ch/kurse  (in der Liste Merkblatt suchen).

1 Jahr Urban Sketchers Bern

Jubiläumstreffen 23.9.18
Zum ersten Geburtstag der Urbansketcher Gruppe Bern kamen 26 Zeichner*innen zu einem gemeinsamen Skizziertag an der Bushaltestelle Nydegg in Bern zusammen.
Nach der Begrüssung durch Kathrin Portmann, der Gründerin und Leiterin dieser Gruppe schwärmten alle in die untere Altstadt aus und trafen sich nach zwei Stunden beim alten Tramdepot zu einer Zwischenschau und einem Kafi/Sandwich/Glaceunterbruch.
Danach ging’s hoch zum Rosengarten, wo wieder jedes für sich sein(e) Motiv(e) suchte.
Bei einer gemeinsamen Abschlussschau wurden Tipps ausgetauscht und Fragen nach jeweiligen Materialien, Farben und Technik beantwortet.
Ein friedlicher, warmer Herbsttag mit vielen guten Erfahrungen ging zu Ende mit dem Wunsch, diese Form des gemeinsamen Zeichnens bald einmal zu wiederholen.

Herzlichen Dank an die Organisatorin Kathrin Portmann.
pek

„Schnelles Skizzieren unterwegs“

Wenn ich sage:
Nicht die ganze Fläche ausfärbelen und nicht den roten Strich dreimal nachziehen…   

 

 

 

 

Der Sinn der schnellen Skizzen ist, dass sie zu Hause als Erinnerungshilfe dienen. Dort kann getrost noch daran weiter gewerkelt werden… und dann zieht die soeben gemachte Reise wieder an dir vorbei.😊

…zudem hast du mit schnellen Skizzen keine Zeit, dich in Details zu verlieren…😊

 

 

 

 

 

 

Ausstellung der Skizzen von Mitte August bis Mitte September